Interview mit Dr. med. Cornelia Schnittger

Chefärztin der Inneren Medizin und Geriatrie in Bassum

Dr. med. Cornelia Schnittger arbeitet als Chefärztin in der Inneren Medizin und Geriatrie in unserer Klinik in Bassum. Sie hat sich unseren Fragen im Interview gestellt.

1. Sie arbeiten als Chefärztin der Inneren Medizin und Geriatrie - was dürfen wir uns darunter vorstellen?

Mir obliegt als Chefärztin die Verantwortung für die Qualität der medizinischen Versorgung der Patienten unter Einhaltung gesetzlicher Vorschriften, Überwachung der Hygienevorschriften, Berücksichtigung von Leitlinien und Studien in der Abteilung und Berücksichtigung bzw., Einhaltung  der von der Geschäftsführung vorgegebenen wirtschaftlichen Ziele und so weiter. Wobei Geriatrie sich mit allen Erkrankungen des alten Menschen und den Besonderheiten im Alter beschäftigt. Im Vordergrund steht meist nicht die Heilung, da viele Patienten chronisch krank sind, sondern Lebensqualität im Alter, gegebenenfalls mit Hilfen, Möglichkeiten der Teilhabe am Leben, Schmerzfreiheit.  

2. Wie sehen Ihre Aufgaben in diesem Bereich aus?

Die Aufgaben sind vielfältig, weil neben der direkten Patientenbetreuung, die Aus- und Weiterbildung der Assistenzärzte aber auch der Mitarbeiter des gesamten geriatrischen Teams dazu gehört, der Aufbau einen abteilungsinternen QM-Systems, die Förderung der Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen und niedergelassenen Kollegen. Repräsentation der Abteilung nach außen. Beratung der Geschäftsführung in der Entwicklung medizinischer Portfolios gehört auch dazu. Chefärzte müssen meines Erachtens heute zunehmend Managementtätigkeit übernehmen und auch ein hohes Maß an Organisationstalent mitbringen und Sozialkompentenz bei der Führung von Mitarbeitern.

3. Und wie ist die Arbeit in Ihrem Team?

Geriatrie arbeitet ja immer multiprofessionell im Team und das finde ich extrem spannend, schön und herausfordernd aber stets auch für mich selber lehrreich. Man erhält tiefe Einblicke in die Arbeit anderer Fachgruppen und gleichzeitig kann nur in einem optimal zusammen arbeitenden Team auch die bestmögliche Betreuung der Patienten erzielt werden. Das Team muss Hand in Hand arbeiten, viel miteinander kommunizieren, sich absprechen – das ist durchaus eine Herausforderung, aber es macht viel Spaß.

4. Was bringt Ihnen bei Ihrer Arbeit am meisten Spaß?

Das Schönste sind glücklich und zufrieden nach Hause gehende Patienten, die wir ja alle nicht gesund machen in der Geriatrie, aber denen wir helfen konnten ihr selbstbestimmtes Leben weiter zu führen und natürlich, wenn die Patienten mein Team hier loben und zum Abschied sagen „ich hätte nicht gedacht, dass ich es schaffe wieder so fit zu werden und freue mich.“

Das Team der Geriatrie hier in Bassum ist in punkto Kompetenz mit einem sehr hohen Qualitätsanspruch und Engagement etwas ganz Besonderes. Selbst Mitarbeiter mit langer Berufserfahrung haben keine Angst vor Veränderungen, wenn sie sinnvoll sind. Die Mitarbeiter haben Lust und engagieren sich in der Weiterentwicklung der Abteilung. Das ist für mich neben dem sehr herzlichen Empfang bei meinem Beginn hier, unglaublich motivierend und erhält mir einfach den Spaß an der Arbeit - egal wieviel Arbeit anfällt und wie sehr wir noch mit Personalengpässen kämpfen müssen….

5. Was war Ihr bisher schönstes Erlebnis hier?

Oh, da gab es schon viele … das lustigste war auf jeden Fall, dass ich mit einem alten Herrn während der Visite ein kurzes Tänzchen machen musste … Er hatte gleich am Anfang ungeduldig gefragt, wann er entlassen wird, weil seine diamantene Hochzeit anstünde und ich hatte scherzhaft gesagt, weil, es für eine valide Prognose noch zu früh war, er würde entlassen, wenn er so fit sei, dass er einen langsamen Walzer tanzen könnte…Tja und das wollte er mir dann im Verlauf demonstrieren, sehr zur Freude der anwesenden Assistentin … Ich habe danach auch höchstpersönlich sofort den Entlassungsbrief fertig gemacht und werde mir meine Sprüche in Zukunft wohl vorher besser überlegen…..  

6. Welche Qualifikationen empfinden Sie als wesentlich, um in Ihrem Bereich tätig zu sein?

Für eine Chefärztin in einem Querschnittsfach ist eine breit gefächerte und sehr gute klinische Ausbildung das Wichtigste, aber auch didaktisches Können, Managementkenntnisse, Sozialkompetenz, Organisationstalent, delegieren können, Kenntnisse im Konflikt- und Beschwerdemanagement und so weiter – relativ viele Dinge, die nicht Teil des Studiums sind. Und über allen Aufgaben darf man meines Erachtens als Chefärztin nie die Empathie für die Patienten und Mitarbeitern verlieren, die das Wichtigste sind. Es ist wichtig sich trotz Stress immer auch die Zeit zum Zuhören zu nehmen.  

7. Was macht die Kliniken Landkreis Diepholz gGmbH als Arbeitgeber für Sie besonders?

Ich bin sehr freundlich und offen empfangen worden und Ich habe mich entschieden hierher zu kommen, weil ich glaube, dass angesichts des demografischen Wandels hier auf dem Lande geriatrische Expertise hilfreich und nötig ist und mein Arbeitgeber das genauso sieht und fördern möchte.Ich glaube, dass die Klinik in Bassum trotz aller noch vorhandenen Probleme ein deutliches Entwicklungspotential hat.

8. Last but not least: Ihr Job in 3 Worten

abwechslungsreich, anspruchsvoll aber sehr befriedigend, weil wichtig für alte Menschen