Herzlich willkommen

in der Abteilung für Akutgeriatrie

Unsere Klinik für Geriatrie im Krankenhaus Bassum steht wohnortnah im Dienste von älteren Menschen im Kreis Diepholz und der angrenzenden Region.

Die Geriatrie (Altersmedizin)ist die Lehre von den Erkrankungen des älteren Menschen und arbeitet unter Berücksichtigung der ICF (Internationale Klassifikation von Funktionsstörungen, Behinderung und Gesundheit), einem Modell, dass mehr Komponenten von Gesundheit und damit möglichen Wechselwirkungen umfaßt und damit dem multimorbiden geriatrischen Patienten in höherem Maße gerecht werden kann als die rein kausale Therapie auf einer Normalstation.

 

 

In der Abteilung für Akutgeriatrie kommen Sie über 3 Wege als Patient zu uns:

• Aufnahme nach Überweisung durch Ihren Hausarzt oder Facharzt

• Sie werden aus anderen Krankenhäusern verlegt (Direktverlegung)

• Sie kommen als Notfallpatient in die Zentrale Notaufnahme und werden dort aufgenommen

 

In der Geriatrie Bassum möchten wir in erster Linie, für Sie als älteren Patienten den Erhalt und - soweit wie möglich - die Verbesserung Ihrer Fähigkeiten erreichen oder wieder erarbeiten, um ihnen eine gute Lebensqualität zu ermöglichen, Ihre Unabhängigkeit größtmöglichst zu erhalten oder mit Hilfsmitteln wieder zu erarbeiten, um Ihnen die Rückkehr in die gewohnte häusliche Umgebung zu ermöglichen.

 

sämtliche Erkrankungen im höheren Lebensalter, insbesondere bei Multimorbidität, Funktionsverlusten und drohendem Verlust der Selbständigkeit im Alter ab 75 Jahren:

 

•neurodegenerative Erkrankungen wie Parkinson, Multisystematrophien, Demenz, Delir

•Erkrankungen des Herz- und Kreislaufsystems

•der Atmungsorgane

•des Verdauungstraktes

•des endokrinen Systems (wie z.B. Diabetes)

•des Bewegungsapparates wie konservativ zu versorgende Brüche, Osteoporose u.a.

•Schlaganfall

•frisch operiert nach Gelenkersatz oder operativer Versorgung von Frakturen

•frisch operiert nach Amputationen

•Übernahme von Intensivstation nach großen Operationen oder längerer Intensivbehandlungszeit anderer Ursache mit anschließender Leistungsschwäche

 

(alle Kriterien müssen erfüllt sein)

•es muss eine akute Erkrankung oder ein akutes geriatrisches Syndrom (z.B. Erstabklärung Sturzsyndrom, Demenz u.v.m.) vorliegen, das eine akute Krankenhausbehandlung notwendig macht zur Diagnostik oder Therapie
(eine alleinige Fähigkeitsstörung – also Rehabilitationsbedarf alleine wie z.B. Schwäche nach schwerer Krankheit  alleine reicht nicht aus. Für diese Patienten muß  ein Antrag auf eine stationäre geriatrische AHB nach §  111 gestellt werden)

Alter ab 75 Jahre
(aufgrund eines Bundesozialgerichtsurteils ist diese Altersgrenze bindend – B 1 KR 21/14 21 R  23.06.2015)

Multimorbidität
(ab 3 verschiedene Krankheiten)

manifeste oder drohende Fähigkeitsstörungen
(der Patient muß Bedarf für geriatrische frührehabilitative  Komplexbehandlung haben – eine Lungenentzündung kann bei älteren Patienten oft eine längere Krankenhausbehandlung bedeuten, die den Patienten ohne begleitende Therapie stärker schwächt)

der Patient muß fähig sein mindestens 2 x Tag aktiv an 2 Therapieeinheiten a 30 Min teilzunehmen
(schließt bettlägerige oder komatöse Patienten aus)

•es darf keine gerontopsychiatrische Erkrankung im Vordergrund stehen

 

Wir setzen bei jedem Patienten spezielle Methoden ein, wie das sogenannte „multimodale geriatrische Assessment“ -  ein strukturierter diagnostischer Prozess, bei dem wir medizinische, funktionelle und psychosoziale Ressourcen und Defizite erfassen. Auf dieser Basis entwickeln wir einen individuell auf Sie als Patient abgestimmten Behandlungs- und Betreuungsplan.

Frühestmögliche Mobilisierung und Wiederherstellung der Alltagsfunktionalität gehört zum Therapieprogramm, so dass jeder geriatrische Patient eine geriatrische frührehabilitative Komplexbehandlung mit mindestens zwei 30 minütigen Therapieeinheiten / Tag durch verschiedene Therapeutengruppen erhält, wenn diese durch Erkrankungen bedroht oder verloren gegangen sind.

 

•Röntgen, Computertomografie, Kernspintomografie über Kooperation

•Sonografien Abdomen, Schilddrüse

•Farbduplex der Arterien und Venen, incl. transkraniell

•EKG, 24-h- EKG, Belastungs-EKG

•EEG

•Echokardiografie transthorakal u. transösophageal

•Videolaryngoskopie

•Spirometrie, Bodyplethysmografie

•Bronchoskopie

•FEES

•Endoskopie des gesamten Magen-Darm-Traktes

•Punktionen (Aszites, Pleura, Leber, Knochenmark)

•Lumbalpunktion + Druckmessung

•Labordiagnostik

•ERCP

•Endosono

 

•Einzeln und in Gruppen Physiotherapie (auf neurophysiologischer Grundlage,

•Therapieverfahren nach Bobath, PNF, apparategestütztes Repetitionstraining,

•Laufbandtraining, Gleichgewichtstraining, Ausdauer- und Krafttraining)

•Physikalische Therapie (Massagen, Lymphdrainage, Elektrotherapie, Phonophorese, Wärme- und Kälteanwendungen, Packungen)

•Einzeln und in Gruppen Ergotherapie (Training der Aktivitäten des täglichen Lebens, Hilfsmittelversorgung, Hirnleistungstraining)

•Logopädie (Sprach- Sprechtraining,  Schlucktraining)

•psychologische Entlastungsgespräche

•aktivierend therapeutische Pflege

•Hilfestellung durch Sozialdienst / Überleitpflege 

•Prothesenversorgung

•Wundtherapie

•Angehörigenanleitung

 

Damit diese ganzheitliche Betreuung möglich ist, ist ein Kennzeichen der geriatrischen Behandlung die Betreuung durch ein multiprofessionelles therapeutisches Team aus verschiedenen Berufsgruppen unter Leitung eines Geriaters. Zu diesem Team gehören Ärzte unterschiedlicher Fachrichtungen sowie in der geriatrischen Fachpflege zusätzlich ausgebildete Pflegekräfte, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden, (Neuro-) Psychologen und Sozialarbeiter / Überleitpflege, Seelsorge, orthopädische Schuhmacher, Prothesenbauer und Ernährungsberater / Diätassistenten. Das gesamte Team bespricht in wöchentlichen Teambesprechungen die Ergebnisse der Behandlungen und weitere Planungen.