200 wartende Menschen in der Klinik

Diepholzer Orthopädie-Oberarzt Dr. Mike Kawooya hilft in Uganda

Diepholz

Diepholz/Vechta – 200 Menschen warten schon frühmorgens in der orthopädischen Klinik in Kisubi. Teils sind sie über mehr als tausend Kilometer auch aus den Nachbarländern Kongo und Süd-Sudan angereist. Sie kommen in die einzige Klinik in Uganda, in der Kinder mit Fehlstellungen von Gliedmaßen oder anderen orthopädischen Probleme operiert und versorgt werden. In dem afrikanischen Land mit 35 Millionen Einwohnern gibt es nur etwa 50 Orthopäden. Zeitweise ist Dr. Mike Kawooya einer davon. Der Oberarzt für Orthopädie und Unfallchirurgie an der Klinik Diepholz hilft seit vielen Jahren medizinisch den Menschen in seiner afrikanischen Heimat.

Diepholz/Vechta – 200 Menschen warten schon frühmorgens in der orthopädischen Klinik in Kisubi. Teils sind sie über mehr als tausend Kilometer auch aus den Nachbarländern Kongo undSüd-Sudanangereist. Sie kommen in die einzige Klinik in Uganda, in der Kinder mit Fehlstellungen von Gliedmaßen oder anderen orthopädischen Probleme operiert und versorgt werden. In dem afrikanischen Land mit 35 Millionen Einwohnern gibt es nur etwa 50 Orthopäden. Zeitweise ist Dr. Mike Kawooya einer davon. Der Oberarzt für Orthopädie und Unfallchirurgie an der Klinik Diepholz hilft seit vielen Jahren medizinisch den Menschen in seiner afrikanischen Heimat.

Er arbeitet in seinem Urlaub ehrenamtlich in der Klinik Kisubi, nahe von Ugandas Hauptstadt Kampala, die von der Christoffel-Blindenmission (CBM) betrieben wird. Jetzt bringt der 40-Jährige mit Unterstützung von Kollegen und anderen Mitstreitern eine orthopädische Einrichtung für Kinder und Erwachsene in Uganda auf den Weg.

„Ich möchte etwas zurückgeben“, erklärt Dr. Mike Kawooya seine Motivation. Durch ein Stipendium konnte er in Uganda eine Schule besuchen, die ihm auch einen Aufenthalt in Großbritannien ermöglichte. 1999 ging er dann nach Deutschland, um hier Medizin zu studieren, zunächst in Kiel, dann in Mainz. Kawooya absolvierte zunächst eine Lehre als Pflegehelfer, arbeitete auch in einer Fabrik. „Ich habe mein Studium in Deutschland selbst finanziert.“

Nach beruflichen Stationen als Arzt in Darmstadt, Heppenheim und Emstek kam Kawooya ans Krankenhaus in Lohne. Von dort wechselte der Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie Anfang 2019 als Oberarzt an die Klinik Diepholz.

Wenn er in den vergangenen Jahren stets seinen Urlaub dafür nutzte, in Uganda als Arzt zu helfen, war auch seine Frau Frauke Kawooya dabei, die Kinderärztin ist und in einer Diepholzer Praxis arbeitet. Das Ehepaar hat drei Kinder und wohnt in Vechta.

Während seiner Zeit in Lohne hat Dr. Mike Kawooya sich einmal ein ganzes Jahr aus dem Berufsleben in Deutschland ausgeklinkt, um in Uganda als Arzt zu helfen. Dazu musste sich der 40-Jährige, der inzwischen einen deutschen Pass hat, in seinem Heimatland registrieren. „Dabei stellte ich fest, dass ich erst der 56. Orthopäde in Uganda war.“ Mehr solcher Fachärzte gibt es in dem 241 040 Quadratkilometer großen Land nicht, das zu den ärmsten der Welt zählt.

Ein Problem ist daher, dass Fehlbildungen von Gliedmaßen oder Folgen von Unfällen bei Kindern in der Regel viel zu spät oder gar nicht behandelt werden.

„Es gibt viel Leid auf der Welt, das wir hier nicht sehen“, sagt Kawooya, der in seiner afrikanischen Heimat – anders als Touristen – auch hinter Fassaden blickt.

Die Ärzte in der Klinik in Kisubi – vier Orthopäden arbeiten dort fest – sind sehr belastet. „In vier Wochen habe ich 300 Kinder operiert“, berichtet Dr. Mike Kawooya von seinen bisherigen Aufenthalten.

Er ermuntert deutsche Orthopädie-Fachärzte, es ihm gleich zu tun. Das sei nicht nur menschlich, sondern auch medizinisch eine gute Erfahrung, da dort geballt sehr viele orthopädische Krankheitsbilder zu behandeln sind, die in Deutschland so nicht gibt, weil hier die Versorgung früh und besser greift.

Unterstützung für neue Einrichtung

Dr. Mike Kawooya möchte nun eine Art Orthopädie-Polyklinik in Uganda bauen – für Kinder und Erwachsene. Er hat dazu in Vechta und Umgebung schon viel Unterstützung gefunden. Gemeinsam gründen Kawooya, weitere Ärzte, Rechtsanwälte und andere, die helfen wollen, derzeit einen Verein, der den Bau und die Ausstattung fördert. Der Betrieb soll dann über lokale Partner laufen.

Auf Unterstützung ist Dr. Mike Kawooya nach seinen Worten auch in Uganda gestoßen. So stelle eine Privatperson dort ein Grundstück für die neue Orthopädie-Einrichtung zur Verfügung, die etwa 30 Betten haben soll.

Für seine bisherige Arbeit in Afrika bekommt der Mediziner zudem Spenden – auch in Form von medizinischen Geräten, Orthesen und Prothesen für Hüft- und Kniegelenke. Dr. Mike Kawooya hofft auf weitere Unterstützung seines Projekts in Uganda. Wer Kontakt zu ihm aufnehmen möchte, kann das über die E-Mail-Adresse amagumba-ev@web.de tun.

 

 

Presseartikel erschienen im Diepholzer Kreisblatt am 12.12.2019: von Eberhard Jansen

Dr. Mike Kawooya, Oberarzt für Orthopädie und Unfallchirurgie an der Klinik Diepholz, arbeitet regelmäßig ehrenamtlich in seiner Heimat Uganda und möchte dort nun eine neue medizinische Einrichtung für Kinder und Erwachsene schaffen. Foto: Jansen